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1686-1744
Wilhelmine von Gr├Ąvenitz

graevenitz sDie "Gr├Ąvenitz", wie die Maitresse des Herzogs Eberhard Ludwig heute noch genannt wird, bestimmte 20 Jahre lang die Ereignisse am w├╝rttembergischen Hof. Eine der Parteien am Hof hatte sie dem jungen Herzog vorgestellt, weil man sich erhoffte, ihn ├╝ber eine Maitresse leichter steuern zu k├Ânnen.

Ber├╝chtigt ist die Gr├Ąvenitz bis heute f├╝r ihre Machtpolitik. Ihr gelang es mit gro├čem Geschick, den Herzog mit ihren eigenen G├╝nstlingen und Vertrauten zu umgeben, so dass sie ├╝ber zwei Jahrzehnte das Land regierte. Selbst Einwendungen des Kaiserhofes gegen die Verh├Ąltnisse umging der Herzog aus Liebe zu ihr, der Versuch die Beziehung durch Eheschlie├čung zu legalisieren, scheitere aber, der Ehevertrag wurde f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt . Die Maitresse hielt sich ab 1721 zeitweise im Schloss Brenz auf und erhielt dieses zum lebensl├Ąnglichen Unterhalt. Unter Wilhelmine von Gr├Ąvenitz und Herzog Eberhard Ludwig wurden die vorhandenen Gem├Ącher des Schlosses weiter ausgestaltet. Nach ihrem Landesverweis verzichtete sie 1733 gegen eine Abfindung von 150.000 Gulden auf ihre w├╝rttembergischen Besitzungen. Man sagt, die Gr├Ąvenitz sei nicht sch├Ân gewesen. Ein sicheres Portrait hat sich allerdings nicht erhalten.

 

1676 - 1733
Eberhard Ludwig

ludwig sSchon 1693, mit 16 Jahren wird Eberhard Ludwig regierender Herzog. Er erwirbt Ruhm als Feldherr im spanischen Erbfolgekrieg unter dem gl├Ąnzenden Heerf├╝hrer Prinz Eugen.
Er sieht die gro├čen Schlossneubauten, die um 1700 in S├╝ddeutschland nach dem Vorbild des franz├Âsischen Hofes entstehen. Ein bescheidener Jagdschlossneubau n├Ârdlich von Stuttgart wird daher umgebaut und w├Ąchst ├╝ber die Jahre zu einer neuen Residenz, erg├Ąnzt durch eine Stadt, der er seinen Namen gibt: Ludwigsburg. Schloss Brenz, welches er 1705 durch Erbfall erwirbt, nutzt er immer wieder f├╝r Jagdausfl├╝ge.

Eberhard Ludwig lebt vorwiegend mit seiner Maitresse, Wilhelmine von Gr├Ąvenitz, im Schloss Ludwigsburg. Seine Gattin Johanna Elisabeth von Baden-Durlach residiert im Alten Schloss in Stuttgart. Eberhard Ludwig verwandelt den bescheidenen w├╝rttembergischen Hof nach franz├Âsischem Vorbild in einen der "zahlreichsten in Deutschland", wie ein Zeitgenosse schreibt.

Von gro├čem Nutzen f├╝r das Land war Eberhard Ludwigs "Dritte Steuer-Instruktion", mit der eine gerechtere Steuergesetzgebung erreicht werden sollte. Au├čerdem versuchte er, die Wirtschaft des Landes zu f├Ârdern. Durch seinen aufwendigen Regierungsstil geriet das Land aber immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten.